Psoriasis: Mehr als Hautschuppen!

Die Schuppenflechte, auch Psoriasis vulgaris, ist nach der Neurodermitis (atopisches Ekzem) die zweithäufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung im Kindes- und Jugendalter. Inzwischen wissen wir, dass die Psoriasis mehr ist als nur eine chronische Entzündungsreaktion der oberen Hautschichten – nämlich: ein systemischer Entzündungsprozess. So rücken neben Beschwerden wie Juckreiz und Hauttrockenheit immer mehr Begleit- und Folgeerkrankungen in den Blick, die lange Zeit zu wenig beachtet wurden – vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen.

Weil Gelenke, Stoffwechsel, Darm beteiligt sein können…

Möglich ist nämlich nicht nur ein Befall der Gelenke (Psoriasisarthritis), was sich mit wiederkehrenden Gelenkschmerzen und -schwellungen zeigen kann.  Vielmehr zeigen Betroffene auch ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Ebenso finden sich bei Psoriasis häufiger psychiatrische Störungen wie Angstzustände und Depressionen.

…ist ein ganzheitlicher Blick gefragt

Weil die Schuppenflechte häufig schon im Kindes- und Jugendalter in Erscheinung tritt, ist somit ein ganzheitlicher Blick auf den jungen Patienten von großer Bedeutung. Denn nur mit fächerübergreifenden Behandlungskonzepten lassen sich mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln. 

Besseres Krankheitsverständnis – Effektivere Therapien

Das bessere Verständnis für die Krankheitsentstehung hat inzwischen zur Entwicklung neuer und wirksamer Behandlungsmethoden geführt.

Äußerliche Therapie: Anleitung ist wichtig!

Antientzündliche Cremes und Salben, unter anderem mit Vitamin D-Analoga, bleiben weiterhin erste Wahl bei einem milden bis moderaten Befall. Wichtig ist es, die jungen Patienten und ihre Eltern für die praktische Umsetzung der Therapie anzuleiten. Denn nur wenn ein Konzept hinter der Behandlung klar ist, können sogar komplexere Schemata im Familienalltag umgesetzt werden – und so eine Krankheitskontrolle erreicht werden. Dazu muss klar sein, welche Creme
Wann ?
Wo ?
Wie lange ? – und:
Wieso überhaupt ?
angewendet werden soll. Denn gerade wenn Wirkstoffe mit Kortison in die Therapie mit einbezogen werden, ist die Verunsicherung oft groß. Ein Behandlungsplan schafft hier Sicherheit.

Auch bei schwerem Befall gibt es Hoffnung

Nicht selten sind auch Kinder und Jugendliche von einer besonders schweren und chronischen Form der Schuppenflechte betroffen. Hier kann dann eine innerliche Behandlung angezeigt werden, ebenso wie bei einer Gelenkbeteiligung. Die so genannten Biologika haben hier entscheidend zu einer besseren Versorgung beigetragen. 

Was es mit Biologika auf sich hat? Dazu lest ihr in einem der nächsten Blog-Artikel mehr!

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