KIDZ SKIN Andreas Weins Kinder- und Jugenddermatologe Ulm. Hautarzt 
 für Kinder im Raum Augsburg, Stuttgart und Günzburg.

KONTAKTALLERGIEN

…sind gar nicht so selten!

Entzündliche Hautrötungen mit Nässen, Krustenbildung und Schuppung können verschiedene Ursachen haben. Neben der Neurodermitis oder dem seborrhoischen Ekzem gehört hierzu auch das allergische Kontaktekzem. Zwar sind die meisten Ekzeme eher irritativer und nicht allergischer Art, doch sind allergische Kontaktekzeme im Kindes- und Jugendalter gar nicht so selten – denn: 2-5% sind hiervon betroffen.

Eine Kontaktallergie setzt wiederholte Hautkontakte voraus

Allergische Kontaktekzeme beruhen auf einer Kontaktallergie. Man spricht hier auch von einer so genannten allergischen Reaktion vom Spättyp. Mit „Spät“ ist hier gemeint, dass die allergischen Hautbeschwerden nicht unmittelbar nach Kontakt in Erscheinung treten, sondern erst zeitlich versetzt auftreten: Je nach Allergie auslösendem Stoff zeigen sich die ersten Hautveränderungen bereits nach 24 Stunden oder wenigen Tagen.

Die meisten Kontaktallergene benötigen wiederholte und längere Hautkontakte, um eine allergische Sensibilisierung anzustoßen.

Die Top-Kontaktallergene bei Kindern und Jugendlichen

Auch beim Thema Kontaktallergie gilt: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Bedingt durch die Tatsache, dass Erwachsene beruflich bedingt teils mit ganz anderen Stoffen in Kontakt sind, zeigen sich auch Unterschiede bei der Verteilung der häufigsten Allergene. 

Zu den 10 häufigsten Allergie-auslösenden Stoffen bei Kindern und Jugendlichen gehören (nach Worm M. et al, Der Hautarzt 66: 646-651): 

  • Nickel
  • Duftstoffe (Dufstoff-Mix I und II)
  • Kolophonium (Harz von Tannen, Kiefern und Fichten – enthalten z.B. in Papier, Klebebändern und Pflastern) 
  • Gummi-Inhaltstoffe
  • Konservierungsmittel
  • Wollwachsalkohole und andere Zusatzstoffe (z.B: Cetylstearylalkohol)
  • Bestimmte Medikamente (z.B. das Antibiotikum: Neomycin)

Wann an eine Kontaktallergie gedacht werden sollte

Richtungsweisend für den Verdacht und die Diagnose einer Kontaktallergie sind zum einen: Die Hautveränderungen an sich – sprich: wie diese aussehen und welche Körperpartien hiervon betroffen sind. 

Zum anderen kommt hier dem Anamnesegespräch besondere Bedeutung zu. Denn nur mit gezielten Fragen zum möglichen Einfluss von Fremdstoffen, sowie deren zeitlichen Zusammenhang zur Krankheitsentstehung und Verlauf, kann eine gezielte Abklärung angestoßen werden.  Denn grundsätzlich werden die zu testenden Allergene auf Grundlage der Anamnese ausgewählt.

Allergische Kontaktekzeme sollten vor allem immer dann auch in Erwägung gezogen werden, wenn Ekzeme trotz intensiver Behandlungen keine Abheilungstendenz zeigen. 

Wie wird eine Kontaktallergie diagnostiziert?

Abgeklärt werden allergische Kontaktekzeme mit einem speziellen Verfahren: dem so genannten Epikutantest. Hierbei werden die ausgewählten Substanzen mit Hilfe eines Testpflasters auf den Rücken geklebt und für 24 Stunden belassen. Nach Ablösen des Pflasters werden zu definierten Zeitpunkten (in der Regel nach Tag 1, Tag 2 und Tag 3 bzw. 4) abgelesen. Im Falle einer Allergie zeigen sich hier Hautrötungen mit kleineren Bläschen.

Diagnose Kontaktallergie – und dann?

Ist das auslösende Allergen identifiziert, so können dann gezielte Strategien entwickelt werden, um dieses zu meiden (Allergenkarenz). Gerade wenn es sich hier um Inhaltsstoffe von Kosmetika oder Medikamenten handelt, bedarf es hier einer ausführlichen Beratung.

Bei allergischen Kontaktekzemen kommt es mit konsequenter Meinung des auslösenden Stoffes zu einer Abheilung der entzündlichen Hautveränderungen. Dies kann durch eine gezielte äußerliche Therapie unterstützt und stabilisiert werden.

Photo: Sharon McCutcheon on Unsplash

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