KIDZ SKIN Andreas Weins Kinder- und Jugenddermatologe Ulm. Hautarzt 
 für Kinder im Raum Augsburg, Stuttgart und Günzburg.

Natürlich Ekzemfrei?

Um Beschwerden wie Juckreiz, Hautbrennen oder Irritationen zu lindern, wird nicht selten zu Hausmitteln gegriffen. Aber ist natürlich immer besser?

Gutes aus der Natur?

Oft handelt es sich hierbei um pflanzliche Mittel, wie ätherische Öle oder Pflanzenauszüge und -extrakte. Der regelmäßige Einsatz einiger Naturstoffe birgt jedoch ein Risiko für eine allergische Sensibilisierung – gerade, wenn sie für die Behandlung von entzündeter Kinderhaut miteinbezogen werden. Denn verschiedene Faktoren bedingen, dass die Haut bei Neurodermitis empfänglicher dafür ist Allergien zu entwickeln.

Vorsicht vor Allergenen!

Daher gilt der Einsatz bestimmter Naturstoffe als besonders kritisch, weil sie zu den häufigsten Kontaktallergenen im Kindesalter zählen: Hierzu gehören beispielsweise Propolis („Bienenharz“), Teebaumöl, Korbblütler (wie z.B. Arnika, Ringelblume), Kolophonium (natürliches Harz aus Tanne, Kiefer, Fichte und Lerche).
Weil die meisten der oben genannten Kontaktallergene wiederholten Kontakt mit der Haut benötigen, um eine Sensibilisierung hervorzurufen, sollten diese als Inhaltsstoffe von Salben, Cremes, Tinkturen oder Umschlägen möglichst gemieden werden. Zumal die zugeschriebene Wirkung vieler „Wundermittel“ oft weniger gut untersucht ist.

Natürlich? Aber sicher!

Dennoch ist Mutter Natur nicht ohne Bedeutung: Denn gerade bei der Hautpflege („Basistherapie“) setzen sich rückfettende Lotionen und Cremes auf Basis natürlicher Öle immer mehr durch. Für natürliche Öle spricht beispielsweise, dass diese den Hautlipiden ähnlicher sind als Paraffin, was ja ein Abkömmling des Mineralöls darstellt. Eine weitere Ausnahme stellt z.B. Schwarztee dar. Die hierin enthaltenen Gerbstoffe sind unbedenklich und aufgrund austrocknender und anti-entzündlicher Wirkungen geschätzt bei der Behandlung akuter Ekzeme.

Wie sich zeigt, ist nicht alles bedenkenlos, was natürlich daherkommt. Beachtet man jedoch einige Dinge, so kann auch die Kraft der Natur genutzt werden, um die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

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