KIDZ SKIN Andreas Weins Kinder- und Jugenddermatologe Ulm. Hautarzt 
 für Kinder im Raum Augsburg, Stuttgart und Günzburg.

SOMMER, SONNE – NICHT OHNE SCHUTZ!

Endlich wieder Sonne. Aber was der Seele gut tut, kann jedoch schädlich für die Haut sein. Deshalb ist es wichtig, vor allem Kinder und Jugendliche vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlung zu schützen. Tipps dazu gibt es hier.

Kinderhaut ist besonders

Sonnenschutz im Kindesalter hat einen hohen Stellenwert. Denn ein Großteil der Schäden durch UV-Einstrahlung entsteht bereits im Kindes- und Jugendalter. Das liegt nicht nur daran, dass Kinder durch Sport und Spiel sehr viel mehr Zeit im Freien verbringen als Erwachsene, sondern vor allem daran, dass das Risikobewusstsein für die schädlichen UV-Wirkungen noch nicht vorhanden ist. Hinzu kommt, dass die Haut eines Kindes sehr viel empfindlicher ist als die eines Erwachsenen. Dadurch ist sie auch gefährdet, nachhaltiger geschädigt zu werden. Denn neben der Lebenszeit-UV-Belastung stellen vor allem Sonnenbrände im Kindesalter einen bedeutenden Risikofaktor für die Entwicklung von Hautkrebs im Erwachsenenalter dar. Aber auch wenn durch ein krankheitsbedingtes Fehlen des Hautpigments Melanin der Eigenschutz der Haut reduziert ist, kommen den Sonnenschutzmaßnahmen besondere Bedeutung zu. Dies betrifft zum Beispiel Kinder mit Albinismus oder der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo).
Durch eine konsequente Umsetzung von Sonnenschutzmaßnahmen im Alltag lassen sich solche Schäden vermeiden und die individuelle UV-Belastung reduzieren. 

Die 4 Säulen des Sonnenschutzes

  • Sensibilisierung und Aufklärung zu gesundheitsbezogenen Risiken durch UV-Licht wie Sonnenbrand, Hautalterung, Hautkrebs.
  • Reduktion der UV-Belastungen durch Meiden direkter Aufenthalte in der Sonne und während Tageszeiten mit intensiver Sonneneinstrahlung („Mittagssonne“, ca. 10 bis 15 Uhr).
  • Tragen von UV-Schutzkleidung wie eine Kopfbedeckung mit Krempe, Sonnenbrille, langärmelige lockere Kleidung.
  • Gebrauch von Sonnenschutzmittel, die vor dem Aufenthalt im Freien in ausreichender Menge aufgetragen und regelmäßig erneuert werden. Ideal ist etwa alle zwei Stunden sowie gezielt z.B. nach vermehrtem Schwitzen oder Schwimmen.

Wissenswertes zu Sonnencremes

Dabei sollte das Sonnenschutzmittel auf das Alter, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, den individuellen Hauttyp sowie den Hautzustand des Kindes angepasst sein. So hat die Kinderhaut zum Beispiel auch bei Neurodermitis besondere Bedürfnisse. Weil lösliche, sogenannte chemische UV-Filter die Hautbarriere passieren können, bestehen Bedenken zu möglichen Gesundheitsrisiken. Für einige Filtersubstanzen gibt es hierzu Hinweise aus tierexperimentellen Daten. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden daher Sonnenschutzmittel mit mineralischen Schutzfiltern empfohlen. Dazu gehören beispielsweise Zinkoxid und Titandioxid.  Limitierend bei der Anwendung von Sonnencremes auf mineralischer Basis war der sogenannte „Weißel-Effekt“. Die Verringerung der Partikelgröße (so genannte: „Mikro- oder Nanopartikel“) der enthaltenen UV-Filter haben in jüngster Zeit zu einem verbesserten Tragekomfort und damit zu einer höheren Akzeptanz geführt. Zwar scheint von mineralischen Nanopartikel in Sonnencremes nach aktuellem Stand kein Gesundheitsrisiko auszugehen, doch können diese für den Schutz von Säuglingen noch nicht allgemein empfohlen worden. Hier stehen weitere Untersuchungen aus, um die Unbedenklichkeit bei dieser besonders sensiblen Haut nochmals nachhaltiger zu belegen.
Grundsätzlich gilt, dass Kinder im ersten Lebensjahr generell nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden sollten. Dennoch braucht es bei längeren Aufenthalten im Freien -ergänzend zu adäquater Kleidung und dem Aufsuchen von Schatten- zusätzlichen Schutz.

LSF 30 oder 50? Nur „Viel hilft Viel“

Mindestens so wichtig wie die Höhe des deklarierten Lichtschutzfaktors eines Sonnenschutzmittels ist die ausreichende Menge. Tatsächlich werden durch eine Sonnencreme mit LSF 30 bereits 97 Prozent des Sonnenlichts absorbiert – allerdings nur bei einer Schichtdicke von zwei Milligramm pro Quadratzentimeter. Um diese zu erreichen, sei eine beträchtliche Menge an Sonnencreme erforderlich: Das bedeutet für die gesamte Haut etwa zehn Gramm bei einem dreijährigen Kind und zirka 30 bis 40 Gramm bei einem Erwachsenen.

Tipp für den Alltag: die 2-Finger-Regel

Um diese kritische Menge zu erreichen, kann man sich an der so genannten „11-Zonen-2-Finger-Regel“ orientieren: Je 2 Cremestränge entlang von Zeige und Mittelfinger sind nötig um die 11 Zonen des Körpers (Gesicht / Hals, Brust, Bauch, oberer und unterer Rücken, sowie die beiden Ober- und Unterschenkel) einzucremen. Wichtig beim Thema Sonnenschutz ist aber auch, dass wir als Erwachsene als gutes Beispiel vorangehen. Denn Vorbilder dienen Kindern als Modell, auch beim Erlernen gesundheitsbezogenem Verhalten. Sind Mama, Papa und Geschwister richtig geschützt, lässt sich gemeinsam viel Spaß im Freien haben, wenn jetzt der Sommer da ist.

Weil Das Thema Sonnenschutz im Kindesalter so wichtig ist, gab es hierzu bei RADIO SCHWABEN zuletzt ein Interview – damit auch möglichst viele darüber Bescheid wissen. Das Interview zum Nachhören gibt es hier.

Teil 1 Interview Radio Schwaben.
Teil 2 Interview Radio Schwaben.

WEITERE BEITRÄGE

KONTAKTALLERGIEN

…sind gar nicht so selten! Entzündliche Hautrötungen mit Nässen, Krustenbildung und Schuppung können verschiedene Ursachen haben. Neben der Neurodermitis oder dem seborrhoischen Ekzem gehört hierzu auch

WEITERLESEN »

MUTTERMALE BEI KINDERN

Muttermal, Pigmentmal, Nävus – was ist das? Mutter- oder Pigmentmale -in der Fachsprache auch melanozytäre Nävi genannt- stellen eine gutartige Vermehrung von Pigmentzellen (Melanozyten) dar.

WEITERLESEN »