KIDZ SKIN Andreas Weins Kinder- und Jugenddermatologe Ulm. Hautarzt 
 für Kinder im Raum Augsburg, Stuttgart und Günzburg.

04|02|2022 WELTKREBSTAG

Am 04. Februar ist Weltkrebstag. Glücklicherweise betreffen Krebsdiagnosen weniger häufig das Kindes- und Jugendalter – und doch kommen diese vor: zwar betreffen nur ca. 1% aller Krebsfälle eines Jahres Kinder und Jugendliche. Doch nach Unfällen stellen bösartige Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in dieser Altersgruppe dar. 

Krebs im Kindesalter ist zum Glück selten

Manchmal aber kommen Kinder mit angeborenen, d.h. genetischen Veränderungen zur Welt, die Sie im Laufe ihres Lebens anfälliger für bestimmte Krebserkrankungen machen. Man spricht hier von so genannten Tumor-Prädispositions-Syndromen, von denen eine Vielzahl verschiedener inzwischen bekannt ist.

Für gewöhnlich handelt es sich bei diesen Syndromen um eher seltene Erkrankungen. Die bekanntesten von Ihnen sind: die Neurofibromatose, Tuberöse Sklerose, Xeroderma pigmentosum und der okulokutaner Albinismus.

Ungewöhnlich früh und ungewöhnlich häufig

Obwohl sich die einzelnen Tumor-Prädispositions-Syndrome in ihren Symptomen voneinander unterscheiden, zeigen sie dennoch gemeinsame Merkmale – nämlich: Ein ungewöhnlich frühes Auftreten von bestimmten bösartigen Veränderungen, d.h. Betroffene erkranken in sehr viel jüngeren Jahren an bestimmten Krebsarten als dies sonst der Fall ist.

Man erklärt sich dies aufgrund bestimmter, dem jeweiligen Syndrom zugrunde liegende, genetische Veranlagungen, die häufig zentrale Mechanismen betreffen, wie beispielsweise die Zellreparatur. Neben dem ungewöhnlich frühen Auftreten finden sich dazu auch häufig innerhalb einer Familie eine Häufung von Krebsfällen. 

Von Milchkaffee- und Eschenlaubflecken

Die besondere Herausforderung bei Tumor-Dispositions-Syndromen stellt der Umstand dar, dass es sich bei den Betroffenen bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome bzw. den ersten bösartigen Veränderungen um per se gesunde Personen handelt.

Bei einigen dieser Tumor-Dispositions-Syndrome steht unter anderem das Organ Haut im Mittelpunkt: Denn auf manche Syndrome können bestimmte Hautzeichen hinweisen. Bei der Neurofibromatose können dies beispielsweise mehr als 6 Café-au-lait-Flecken sein. Oder im Falle der Tuberösen Sklerose so genannte Eschenlaubflecken. Diese Veränderungen sind zwar nicht beweisend, doch sollten Sie Anlass für eine gezielte Suche nach weiteren Symptomen / Zeichen eines entsprechenden Syndroms sein.

Hau(p)tsache frühzeitig erkennen

Frühzeitig erkannt, können diese Hautzeichen den Weg zu einer gezielten und frühzeitigen Diagnostik bahnen. Und das kann für den Einzelnen besondere Relevanz haben. Zum Weltkrebstag machen wir daher Tumor-Dispositions-Syndrome zum Thema. 
Ist nämlich das zugrunde liegende Syndrom bekannt, so ermöglicht dies dem Betroffenen durch eine regelmäßige „Vorsorge“ (Surveillance) bösartige Veränderungen möglichst frühzeitig und dann in meist besser zu behandelnden Stadien zu erkennen. Auch können Betroffene speziell zu individuellen Gesundheitsrisiken und möglichen Präventionsmaßnahmen beraten werden. Im Falle von Albinismus (Kind im Bild oben) ist dies beispielsweise: ein lebenslanger und konsequenter UV-Schutz. Weil die Haut durch das fehlende Hautpigment über keinen Eigenschutz verfügt.

Als seltene Erkrankungen erfordert die Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Tumor-Dispositions-Syndromen besondere Kompetenz. Daher macht es Sinn, dass Betroffene an spezialisierte Sprechstunden angebunden sind. Am Universitätsklinikum Augsburg, wo ich selbst an einem Zentrum für Seltene Erkrankungen (AZeSE) mitwirke, existiert bereits ein entsprechend gesondertes Sprechstundenangebot (ZeKiTDS): Wichtige Stukturen, die die Versorgung von Patienten mit Seltenen Erkrankungen verbessern.

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